Ihr Ratgeber zum LLM Studium und Master of Laws
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Studieninhalte und Studiendauer

Ein Master of Laws, abgekürzt LL.M., dauert in der Regel zwei bis vier Semester. Vollzeit-Programme werden immer häufiger in einem Jahr abgeschlossen, es bestehen aber weltweit auch längere Programme. Teilzeitprogramme dauern länger, meist mindestens zwei Jahre.

Die Studieninhalte werden stark von der Spezialisierung im LL.M. bestimmt. Teilweise wird im LL.M. das entsprechende Landesrecht unterrichtet, teilweise können sich Studenten auf einen bestimmtes Rechtsgebiet festlegen. Die Liste der Wahlmöglichkeiten ist dabei sehr lang. Die Angebote reichen von Space Law über Umweltrecht, Europäisches oder Internationales Recht, Corporate Law, Insolvenzrecht oder Medienrecht bis hin zu Familien- oder Menschenrecht.

Die meisten Universitäten bieten nur eine kleine Auswahl an Spezialisierungen an, weshalb Sie sich schon bei der Suche der Hochschule genau erkundigen sollten, welche Fokussierung Sie wählen können bzw. welcher Schwerpunkt für Sie persönlich am sinnvollsten ist. Die populärsten Programme sind eng mit der Wirtschaft verbunden, zum Beispiel Finanzrecht, Steuerrecht, Insolvenzrecht, oder Allgemeines Wirtschaftsrecht. Auch Programme, die im „Schnellverfahren“ die Grundzüge des Landesrechts, zum Beispiel des Chinesischen Rechts, vermitteln, gewinnen in Zeiten der zunehmenden Globalisierung an Popularität.

Die Anforderungen für einen Abschluss unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Während einige Universitäten einen starken Fokus auf Forschung legen und eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, also eine Master-Thesis, vorschreiben, verlangen andere Programme, dass Kurse zufriedenstellend absolviert werden und teilweise Prüfungen mit ausreichendem Erfolg bestanden werden. Die Anforderungen für das Bestehen der Kurse ist dann meist an eine Mischung aus Prüfungen und aus Schreiben von wissenschaftlichen Hausarbeiten.

Die Anzahl der zu absolvierenden Kurse hängt ebenfalls von der jeweiligen Hochschule ab. In Europa wird mittlerweile meist aber das Erreichen einer gewissen Anzahl an ECTS-Punkten erwartet. Die genaue geforderte Punktzahl liegt meist bei ca 180 bis 240 ECTS-Punkten. Einige Programme verleihen dabei nur eine minimale Anzahl an Punkten durch Kurse. Stattdessen arbeiten die Studenten selbstständig an wissenschaftlichen Fragestellungen. Andere Programme ähneln einem MBA und sind stark unterrichtlastig. Oft ist einer der größten Vorteile dieser Programme nicht das vermittelte juristische Wissen, sondern das berufliche Netzwerk, das sich in der Zusammenarbeit mit den Kommilitonen ergibt.

Wozu ein Master of Laws berechtigt

Die Voraussetzungen für ein Studium zum Master of Laws weichen international stark voneinander ab. Auch die Rechte, die Studenten durch den Erwerb dieses akademischen Abschlusses erwerben, unterscheidet sich stark von Land zu Land.

Generell erwerben Studenten einen Titel, der nach dem Studium hinter dem Namen geführt wird. Zusätzlich kann der Titel mit der jeweiligen Spezialisierung angegeben werden, also zum Beispiel: „LL.M. Tax“. In Deutschland müssen Sie außerdem die verleihende Universität angeben, wenn Ihr Abschluss nicht im EU- bzw. EWR-Raum erworben wurde.

Der Abschluss eines LL.M. berechtigt außerdem zu verschiedenen juristischen Tätigkeiten in verschiedenen Ländern. So verlangen die skandinavischen Länder sowie Italien oder Zypern einen juristischen Masterabschluss und zusätzlich mehrere Jahre Arbeitserfahrung vor einer Zulassung zum Anwalt. In Finnland darf man mit einem LL.M. dagegen als Anwalt praktizieren. Andere Länder verlangen zusätzlich zum Master noch den Abschluss weiterer Kurse oder Prüfungen, zum Beispiel das „bar exam“, während in Deutschland nach wie vor das Staatsexamen für eine Zulassung als Anwalt nötig ist.

In Frankreich schließt sich dem „Maitrise en droit“, der dem deutschen Staatsexamen oder dem LL.M. entspricht, noch die Richterschule bzw. Anwaltsschule an.

Internationale Studienvoraussetzungen

Die meisten LL.M.-Programme setzen einen ersten juristischen Abschluss voraus. Wenn Ausnahmen gemacht werden, wird zumindest ein erster Studienabschluss sowie Erfahrungen im entsprechenden Schwerpunkt-Bereich sowie ein begründetes Interesse für dieses Studium erwartet. Zum Beispiel können Absolventen verwandter Fachrichtungen oder von geisteswissenschaftlichen Erststudiengängen, die beruflich viel mit juristischen Fragestellungen zu tun haben, für ein LL.M.-Studium zugelassen werden. Jemand, der beruflich und im Erststudium viel mit Zahlen und quantitativen Analysen beschäftigt ist, könnte jedoch Schwierigkeiten haben, einen Studienplatz für einen LL.M. zu erhalten.

Großbritannien

In Großbritannien können Studenten, die einen anerkannten ersten Abschluss im Bereich Jura erworben haben, zum LL.M. zugelassen werden. Das bedeutet, die meisten Studenten haben einen Bachelor oder CPE. Die meisten Universitäten schließen dabei nicht aus, auch Studenten mit einem ersten Abschluss in einem nicht-juristischen Fach zuzulassen. In diesen Fällen sind aber meist noch weitere Qualifikationen zu erbringen, die jeweils von der Spezialisierung abhängen.

Der LL.M. ist dabei kein Abschluss, der auf eine Tätigkeit als Anwalt oder Richter vorbereitet, denn dafür sind noch weitere Prüfungen zu bestehen. Stattdessen dient der LL.M. als Spezialisierung auf ein bestimmtes Rechtsgebiet.

In England wird der Master of Laws in verschiedensten Spezialisierungen und als unterschiedliche Programmtypen angeboten, von Vollzeitstudium bis zum Onlinestudium.

Ausnahmen stellen die Universitäten in Oxford und Cambridge dar. So verlieh Cambridge bis 1992 einen LL.B. als postgradualen Abschluss. Heute bietet die Universität die Abschlüsse LL.M. oder M.C.L. (Master of Corporate Law) an. In Oxford heißt der Masterabschluss B.C.L. oder M.Jur. (Bachelor of Civil Law bzw. Magister Juris). Daneben kann auch ein forschungsbasierter MPhil oder MSt erworben werden. Die besondere Namensgebung der Abschlüsse ist historisch bedingt. Die Universität Oxford betont, dass der MJur und der B.C.L. die einzigen postgradualen juristischen Abschlüsse mit dem für Oxbridge typischen Tutorial-System sind.

Irland

In Irland werden eine Reihe von LL.M.-Programmen angeboten, die generell einen Bachelor-Abschluss voraussetzen. Irische Universitäten bieten, häufig in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, eine große Auswahl an verschiedenen Studienformen an. Wenn Sie ein Fernstudium anstreben, könnte sich ein Blick nach Irland lohnen!

Italien

In Italien wird der Master of Laws auf Italienisch oder auf Englisch unterrichtet, in Südtirol teilweise auch auf Deutsch. Oft dauern die Programme hier zwei Jahre und werden „Iaurea specialistica“ genannt. Programme, die „master“ heißen, wenden sich häufig an bereits berufstätige Juristen und werden in Teilzeit oder als Fernstudium unterrichtet.

Portugal

In Portugal werden juristische Masterprogramme zwar relativ häufig angeboten, heißen aber oft nicht LL.M., sondern Mestrado em Direito.

USA

In den USA bietet ein LL.M. einer American Bar Association (ABA)-genehmigten Law School die Möglichkeit, für das bar exam und damit als Anwalt zugelassen zu werden. Der LL.M. alleine berechtigt aber meist nicht automatisch, das bar exam ablegen zu dürfen, besonders wenn der erste Abschluss im Ausland erworben wurde.

Darüber hinaus ist ein Master of Laws eine häufig genutzte Möglichkeit, um sich im Steuerrecht oder Patentrecht zu spezialisieren. Teilweise werden die LL.M.-Abschlüsse auch in Kombination mit den üblichen ersten juristischen Abschlüssen, dem J.D., verliehen.

Australien

In Australien sind die Studienplätze für einen LL.M. hart umkämpft. Deshalb ist generell ein juristisches Erststudium mit einer sehr guten Abschlussnote Voraussetzung. Meist ist es direkt nach dem Abschluss eines LL.B. leichter, an der gleichen Hochschule auch einen Masterstudienplatz zu erhalten, weshalb der LL.M. oft direkt im Anschluss an den LL.B. absolviert wird.

Kanada

In Kanada benötigt man generell einen juristischen Bachelor-Abschluss, also einen LL.B., B.C.L. oder J.D., um zum Studium für einen Master of Laws zugelassen zu werden. Dabei werden für den LL.M. verschiedene Studienformen angeboten, zum Beispiel ein einjähriger, kursbasierter Vollzeit-Master, forschungslastiger, zweijähriger Abschluss mit Thesis oder Fernstudium in Teilzeit.

Der LL.M. in Kanada führt meist zu einer akademischen Tätigkeit oder wird für eine Spezialisierung genutzt. Um als Anwalt zu arbeiten, ist praktische Erfahrung und das Bestehen des bar exams nötig. Wer vorher im Ausland studiert hat, muss eine Reihe an kanadischen Kursen in Jura bestehen, bevor man von der NCA als Anwalt zugelassen werden kann. Nur sehr wenige LL.M.-Programme beinhalten auch diese Kurse. Eine der Ausnahmen ist das Programm der University of British Columbia, das speziell als Vorbereitungskurs für Ausländer, die eine Zulassung als Anwalt anstreben, zugeschnitten ist.

China

In China wird an einigen Universitäten ein LL.M. speziell für Ausländer angeboten. Die Programme werden normalerweise in Englisch unterrichtet und haben (fast) muttersprachliche Englischkenntnisse als Voraussetzung. Darüber hinaus ist ein Bachelorabschluss vorgeschrieben.

Meist sind die Kurse in China etwas länger als ein Jahr, bieten dabei aber ausreichend Freiheiten, um gleichzeitig Mandarin zu lernen oder sich mit der Kultur und dem Land vertraut zu machen. An der Beijing Foreign Studies University kann der LL.M. auch als Fernstudium absolviert werden.

Hong Kong

In Hong Kong werden ebenfalls einige internationale LL.M.-Programme angeboten, die auf Englisch unterrichtet werden. Hier ist generell ein juristischer Bachelor-Abschluss nötig, mit Ausnahme des LL.M. für Menschenrechte, bei dem auch Bewerber mit verwandtem ersten Abschluss angenommen werden.

Wie wählen Sie die richtige Hochschule?

Die Wahl der richtigen Hochschule fällt, ähnlich wie bei der Wahl des richtigen MBA-Programms, nicht leicht. In Deutschland werden mittlerweile sehr kostengünstige LL.M. angeboten. Im englischsprachigen Raum und an Spitzen-Law Schools kostet der Abschluss dagegen oft sehr viel Geld. Wir haben eine Checkliste für Ihre Auswahl zusammengestellt:

  • Sie sollten sich überlegen, warum Sie einen LL.M. erwerben möchten. Die Auswahl des richtigen Programms sollte in Ihre persönliche Karriereplanung sowie Ihre Lebensumstände passen. Ziehen Sie, je nach persönlichen Umständen und Vorlieben beim Lernen, verschiedene Programmtyp, also Vollzeit, Teilzeit oder Fernstudium, in Betracht.
  • Rankings können Ihnen helfen, eine prestigeträchtige Universität zu finden. Oft sind diese jedoch im englischsprachigen Raum. Das signalisiert Ihrem künftigen Arbeitgeber zwar, dass Sie über sehr gute Sprachkenntnisse, internationale Erfahrung und ein weltweites Netzwerk verfügen. Ein Umzug (auf Zeit) ins Ausland ist aber eine Veränderung, die gut durchdacht sein sollte.
  • Rankings und Prestige sind nicht alles. Natürlich spielt der Preis für Ihr Studium eine Rolle! Auch die Lebenshaltungskosten am Studienort bzw. die Kosten für Reisen zum Fernstudienort müssen in Ihre Rechnung einbezogen werden. Wenn Sie bereits berufstätig sind, fällt unter Umständen auch ein Verdienstausfall ins Gewicht.
  • Sie sollten besonders in den USA darauf achten, dass Ihr Wunschprogramm von der ABA anerkannt ist. Nur mit dieser Anerkennung haben Sie anschließend die Möglichkeit, vielleicht das bar exam abzulegen.
  • Wenn Sie auf Rankings achten, sollten Sie sich genau anschauen, wofür die Programme gelistet werden. Denn teilweise wird nicht das LL.M-Programm, sondern das LL.B.-Programm für das Ranking bewertet.
  • Wenn Sie sich für ein ganz bestimmtes Fachgebiet interessieren, das nur sehr selten angeboten wird, ist die Wahl der Hochschule vielleicht automatisch eingeschränkt. Informieren Sie sich im Vorfeld aber genau, ob die Spezialisierung angeboten wird, wenn Sie das Studium antreten! Teilweise werden Spezialisierungen im Wechsel oder nur für einen kurzen Zeitraum angeboten, weil die Zahl der Interessenten für eine Fortführung zu niedrig ausfällt.
  • Ähnlich verhält es sich, wenn Sie mit einem bestimmten Professor zusammenarbeiten möchten. Achten Sie darauf, welche Akademiker tatsächlich im LL.M.-Programm unterrichten!
  • Beachten Sie die Qualität des Unterrichts! Seriöse Anbieter ermöglichen es Ihnen, schon während der Bewerbungsphase mit Studierenden Kontakt aufzunehmen und sich nach deren Zufriedenheit zu erkundigen.
  • Beziehen Sie Ihre Ziele nach dem Studium in die Entscheidung ein. Wenn Ihr Wunscharbeitgeber besonders aktiv an bestimmten Hochschulen rekrutiert, sollten diese auf Ihrer Wunschliste ganz oben stehen! Überlegen Sie sich auch, ob Sie während des Studiums die Möglichkeit zu Praktika haben möchten.

Alternativen

Wenn Sie Ihre Jurakenntnisse aufbessern möchten oder in einem fernen Land im juristischen Bereich praktizieren wollen, muss es nicht immer ein Master of Laws sein. In vielen Ländern mit speziellen Zulassungsprüfungen für Anwälte, wie zum Beispiel einem bar exam, werden spezielle Vorbereitungsprogramme angeboten. Daneben werden Masterprogramme im juristischen Bereich angeboten, die nicht zum Titel des LL.M. führen, Ihnen aber ebenfalls einen juristischen Abschluss auf Masterniveau ermöglichen.

Wenn Sie bisher keinen juristischen Abschluss haben, aber dennoch gerne im Bereich Recht arbeiten möchten, gibt es häufig Kurse, die genau auf die Zielgruppe an Absolventen ohne vorherige Jurakenntnisse zugeschnitten sind, besonders im englischsprachigen Ausland. Diese postgradualen Kurse nennen sich häufig „Diploma in Law“, „Law Conversion Course“ oder „Common Practice Exam“.

Darüber hinaus sollten Sie auch die Möglichkeit prüfen, ob ein Master in einem anderen Fachgebiet ausreichend juristische Kenntnisse vermittelt. Gerade Studiengänge, die auf eine Tätigkeit in engem Austausch mit staatlichen Verwaltungsorganen oder sogar auf eine Tätigkeit in der Verwaltung vorbereiten, beinhalten meist einen großen Anteil an juristischem Wissen. Dazu gehören zum Beispiel Studiengänge im Gesundheitswesen, im Bereich Steuern oder im Bereich Politik und Public Policy.

Fazit

Ein Master of Laws, auch LL.M. genannt, ist eine Spezialisierung auf Master-Niveau auf ein bestimmtes Rechtsgebiet. Der Abschluss berechtigt in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Tätigkeiten und eine Zulassung zum Studium unterscheidet sich daher in verschiedenen Ländern und an verschiedenen Hochschulen. Um Ihnen bei der Wahl des richtigen Programms zu helfen, haben wir eine Checkliste für Ihre Auswahl zusammengestellt.

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