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University of Manchester

Mein LL.M Studium habe ich von in den Jahren 2006/2007 an der University of Manchester in England absolviert.

Gründe für das Studium

Es gibt viele Gründe, die für ein LL.M.-Studium in England sprechen. Gegenüber einem Masterstudium in Deutschland hat man den unschätzbaren Vorteil, Auslandserfahrung gewinnen zu können und Englisch im Alltag lernen und trainieren zu können. Im Vergleich zu einem Studium in den USA sind die Gebühren deutlich (!) niedriger. Als EU-Student betragen die Gebühren in Manchester für das Studienjahr 2010/2011 z.B. 3.770 Pfund. Zudem fallen die Reisekosten deutlich niedriger aus und man kann zwischendurch öfters nach Hause fliegen, falls man das möchte. Schließlich hat man in England die Möglichkeit, Kurse in europäischem Recht zu besuchen, man lernt also durchaus Dinge, die einem auch im deutschen Arbeitsleben nützlich sein können. Man kann auch Kontakte innerhalb Europas knüpfen, die einem im Zweifel beruflich sicherlich eher von Nutzen sein werden, als zB Kontakte in Neuseeland oder Südafrika.

Aufbau des Studiums

Es gibt verschiedene LLM Kurse, unter anderem einige sehr spezielle wie Intellectual Property Law. Der wohl am breitesten und vielseitigsten ausgerichtete Kurs ist International Business and Commercial Law. Hier hat man alle Möglichkeiten, sich seine Kurse selbst auszuwählen und hat hinterher eine nicht zu spezielle Qualifikation, mit der man sich in verschiedene Richtungen bewerben kann. Das Studium in Manchester ist etwas anders aufgebaut, als an den meisten anderen englischen Unis. Man schreibt nicht eine Abschlussarbeit (Master Thesis) am Ende des Studiums, sondern nach jedem der beiden Semester ein kürzeres Research Paper. Dazu kommen in jedem Kurs, den man belegt, Klausuren und/oder Essays. Die Kurse werden in kleinen Gruppen zwischen 5 und ca 50 Studenten unterrichtet. Die Vorlesungen sind meist sehr gut und interaktiv gestaltet, man kann jederzeit Fragen stellen und Meinungen äußern.

Die Ressourcen der Universität

Die Bibliothek der University of Manchester ist äußerst gut ausgestattet. Was englischsprachige Fachliteratur angeht bleiben keine Wünsche offen. Zudem stehen sämtliche Online-Suchdienste (z.B. LexisNexis und WestLaw) kostenlos zur Verfügung. Man muss zur Nutzung der Dienste nicht in die Bibliothek, sondern bekommt einen Code, mit dem man von jedem Internetanschluss aus in die Datenbanken kommt. Die Bibliothek bietet auch Schulungen zur effizienten Suche mit diesen Maschinen und zur Nutzung der Bibliothek allgemein an. Allgemein findet man in der Uni eigentlich immer jemanden, der einem schnell weiterhilft, sei es bei IT-Fragen, bei Fragen zu den Kursen oder zu administrativen Angelegenheiten etc. Das Sportangebot an der Uni ist sehr umfangreich und es gibt einen „Sozialdienst“, der Studienberatung, psychologische Beratung, Gesprächsgruppen etc anbietet. Sehr erwähnenswert ist auch die International Society der Uni, eine sehr gut organisierte Gruppe internationaler Studenten, die Feste, Ausflüge etc plant und gestaltet. Insgesamt war ich begeistert von der Ausstattung der Uni und den Möglichkeiten, die den Studenten geboten werden. Man fühlt sich deutlich (!) besser betreut, als an einer deutschen Uni.

Unterkunft

Ich habe mich, nach einer langen Suche, für ein Wohnheim der Universität entschieden (Victoria Hall auf der Upper Brook Street). Manchester ist, was die Lebenshaltung angeht, leider recht teuer. So zahlte ich für das ganze Studienjahr 3.355 Pfund inkl und Nebenkosten Der Internetugang kostete noch einmal 150 Pfund zusätzlich. Mein Zimmer hatte ca. 8 qm, und ein eigenes winziges Badezimmer. Die Küche teilte ich mir mit 4 WG-Mitbewohnerinnen. Das Studentenwohnheim war modern, aber zweckmäßig und nicht sehr ästhetisch eingerichtet. Ein Waschsalon ist auf dem Grundstück vorhanden und konnte gegen Gebühr genutzt werden. Zudem gehörten zum Wohnheim ein Hof mit Rasen und ein Büro, in dem man Post empfangen und abgeben konnte und an das man sich bei Problemen wenden konnte. Gewöhnungsbedürftig waren die monatlichen „flat inspections“, bei denen die Wohnheimzimmer und Gemeinschaftsräume auf Sauberkeit inspiziert wurden. Dennoch kann ich es empfehlen, ein Zimmer im Wohnheim zu nehmen. Es ist zwar im Vergleich zum freien Wohnungsmarkt etwas teurer, dafür aber sicherer (die Anlage war gegen die in Manchester häufig vorkommenden Wohnungseinbrüche gut abgesichert), einfacher (alle Nebenkosten und Hausmeisterservice sind in der Miete enthalten, der Internetzugang kann günstig und einfach hinzugebucht werden) und man wohnt sehr zentral im Studentenviertel. Die WGs werden nach Alter und Geschlecht eingeteilt. Man braucht also als Masterstudent keine Angst haben, sich in einer WG mit 18jährigen wiederzufinden. Wer sein neues Zuhause von Deutschland aus suchen will, dem kann ich die Seiten www.flatmate.co.uk und www.uk.easyroommate.com empfehlen. Notfalls kann man auch in zunächst in der Jugendherberge unterkommen und in den ersten Semesterwochen eine Wohnung suchen. Einige meiner Kommilitonen haben es so gehandhabt. Es ist möglich, aber stressig.

Lebensmittel und Verpflegung

Um die Universität und in der Nähe der Wohnheime hat man eine große Auswahl an Supermärkten. Günstig sind LIDL und die asiatischen Supermärkte, TESCO ist etwas teurer, aber man hat eine größere Auswahl. Eine richtige Mensa wie man sie von deutschen Universitäten kennt gibt es in Manchester nicht. Die Refectory, eine Art Mini-Mensa, auf dem Unigelände bietet zwar warme Mahlzeiten, aber wenig Auswahl und vor allem kaum gesundes Essen. Die meisten essen dort Fish and Chips. Um die Uni herum gibt es unzählige Restaurants, Bars und Cafés, die auf Studenten ausgerichtet sind und auch mittags relativ günstige (mit 6 bis 7 Pfund für ein Essen mit Getränk muss man dennoch rechnen) Mahlzeiten anbieten. Ansonsten kann man in jedem Kiosk und jedem Supermarkt mittags belegte Sandwiches und andere leckere Backwaren bekommen, zudem gibt es in der Nähe der Uni ein Subway’s und ein McDonald’s. Für abends kann ich die sogenannte „Curry Mile“ in Rusholm wärmstens empfehlen, da gibt es köstliches indisches und pakistanisches Essen in oft richtig nettem Ambiente zu sehr guten Preisen. In die meisten Restaurants kann man seinen eigenen Wein mitbringen und so noch zusätzlich Geld sparen.

Bankkonto, Kreditkarten

Es empfiehlt sich sehr, ein Bankkonto bei einer englischen Bank zu eröffnen, weil das Bezahlen mit der deutschen EC-Karte jedes Mal Gebühren kostet und deutsche Kreditkarten zwar oft, aber längst nicht immer angenommen werden. Verschiedene Banken bieten für Studenten (auch Ausländer) kostenlose Guthabenkonten an.

Verkehr

Ein Auto braucht man in Manchester nicht unbedingt. Da mehrere Autos von Kommilitonen während meines Aufenthaltes aufgebrochen und/oder zerkratzt wurden, würde ich auch ehre davon abraten, ein Auto mitzubringen. U-Bahnen oder Straßenbahnen gibt es in Manchester nicht, dafür aber ein sehr gut ausgebautes Busnetz. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber es fährt auf den wichtigsten Verkehrsstraßen wirklich alle 3 Minuten ein Bus. Es gibt verschiedene Busgesellschaften und unzählige Tarifgestaltungen (Jahrespässe, Wochenpässe, Monatspässe, Einzelkarten etc), so dass wirklich für jeden das passende dabei ist. Beachten sollte man, dass nicht jedes Monatsticket in jedem Bus gültig ist, da es drei verschiedene Betreiberfirmen gibt. Bevor man sich für ein Langzeitticket entscheidet, sollte man daher gut recherchieren, welche Busgesellschaft die günstigsten Strecken fährt. Wenn man Ausflüge ins Umland oder nach London plant, sollte man sich auch unbedingt nach den Bustarifen erkundigen (z.B. www.nationalexpress.co.uk)

Natur und Ausflüge

Es empfiehlt sich unbedingt, so viel wie möglich an Ausflügen zu unternehmen. Das Umland von Manchester ist wunderschön. Empfehlen kann ich besonders das Peak District, das Lake District und Nordwales. Die International Student Society bietet fast jedes Wochenende zu günstigen Preisen Busausflüge, zT auch mit Übernachtungen, an. Das Angebot findet ihr hier: http://orgs.man.ac.uk/intsoc/Visits.htm

Sicherheit

Die Kriminalität in Manchester ist leider recht hoch. Man sollte nach Möglichkeit kein Zimmer im Erdegeschoss nehmen, da dort häufiger eingebrochen wird. Niemals sollte man einen Laptop, I-Pod oder ein teures Handy unbeaufsichtigt lassen, auch nicht im Auto oder in einem Zimmer, das durchs Fenster eingesehen werden kann. Auch wird empfohlen, nachts oder in einsamen Gegenden keine Wertsachen offen zu zeigen. Ein Kommilitone wurde z.B. auf dem spätabendlichen Rückweg von der Unibib überfallen und sein Laptop wurde gestohlen. Frauen sollten nachts möglichst nicht alleine nach Hause fahren, sondern sich in Gruppen zusammenschließen oder ein Taxi (ist nicht sehr teuer) nehmen. Ich will hier keine übertriebene Angst verbreiten. Manchester ist eine tolle Stadt mit überwiegend sehr freundlichen und offenen Menschen, die oben geschilderten Empfehlungen sind nur Vorsichtsmaßnahmen!

LL.M. in Manchester – ein Rückblick

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit in Manchester. Die Stadt bietet kulturell sehr viel, hat eine riesige Party- und Clubszene, viele nette Cafés und Restaurants und tolle (durchaus mit London vergleichbare) Shoppingmöglichkeiten. Zudem hat man viele Ausflugsmöglichkeiten - Liverpool, Brighton, Blackpool, Lake District, Wales, sogar London lässt sich gut und schnell erreichen. Der LL.M. Kurs ist gut organisiert, bietet interessante Kurse und macht insgesamt einfach Spaß. Man überarbeitet sich dabei definitiv nicht, das erwartete Leistungsniveau ist im Vergleich zum deutschen Staatsexamen niedrig. Die Klausuren erreichen etwa den Schwierigkeitsgrad der „Großen Scheine“, die man in DE im 3.-6. Semester schreibt. Das ist leider auch der Haken an dem Programm: mit dem Zertifikat kann man natürlich keinen großen Eindruck machen. Die University of Manchester ist gut und hat innerhalb Englands auch durchaus einen guten Ruf. Aber sie gehört eben nicht zu den Top 5 der englischen Unis, die in DE jeder Jurist kennt. Es kann also durchaus vorkommen, dass man z.B. in Vorstellungsgesprächen etwas süffisant gefragt wird „Wie kamen Sie denn dazu, ausgerechnet nach Manchester zu gehen?“ Das muss man sich bewusst machen.
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