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Der LL.M. bzw. Master of Laws ist ein international anerkannter und angesehener Abschluss für Postgraduate-Studenten der Rechtswissenschaften und wird in der Regel nach erfolgreichem Abschluss eines einjährigen Vollzeit-Studiums verliehen.

Jedes Jahr beenden zahlreiche Juristen ihr Studium in Deutschland. Bereits während des Studiums stellt sich daher für viele Studenten die Frage, ob eine zusätzliche Qualifikation durch Promotion oder ein LL.M. Studium sinnvoll oder sogar nötig ist, um gute Voraussetzungen für den Arbeitsmarkt aufzubauen.

Vorteile

Noch immer ist vielfach die Promotion das wichtigste Prestigemittel und damit gerade in repräsentativen Funktionen von Vorteil. Doch auch das LL.M. Studium kann Studenten entscheidend weiterbilden, die persönliche Qualifikation erhöhen und nach dem Ende des Studiums große Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringen. Im Unterschied zur Promotion stehen bei einem Master of Laws insbesondere die Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Fähigkeiten, Soft-Skills und die Spezialisierung in einem international relevanten Rechtsgebiet im Vordergrund.

Ein LL.M. (Master of Laws) ist daher vor allem für diejenigen Interessenten sinnvoll, die eine Karriere in einer wirtschaftsrechtlich orientierten Kanzlei oder einem Unternehmen mit internationalem Tätigkeitsfeld anstreben.

Was ist ein LL.M.?

Ein LL.M. ist ein international anerkannter Abschluss in Jura. Ein LL.M., auch Master of Laws genannt, ist ein Masterabschluss der in den meisten Ländern als Zusatzqualifikation und Spezialisierung auf ein bestimmtes Rechtsgebiet dient, zum Beispiel Internationales Recht oder Arbeitsrecht.

Da der Abschluss eine Zusatzqualifikation darstellt, ist er in den meisten Ländern für Anwälte nicht vorgeschrieben oder zwingend notwendig. Ein LL.M. qualifiziert zumeist auch nicht dazu, einen juristischen Beruf wie Anwalt, Staatsanwalt oder Richter auszuüben.

Weil ein Master of Laws keine Grundkenntnisse in Jura vermittelt, wird für die Zulassung zum LL.M. häufig ein erster Abschluss in Jura vorausgesetzt, zum Beispiel ein LL.B. (Bachelor of Laws), ein erstes Staatsexamen oder den Juris Doctor.

Der LL.M. ermöglicht dann die Konzentration auf einen bestimmten Bereich des Rechts, wobei hier oft Wert auf einen internationalen Blickwinkel gelegt wird. Aufgrund dieser Spezialisierung, die ein Master of Laws signalisiert, und aufgrund des internationalen Fokus des Studiums wird ein LL.M. bei Bewerbern in großen Anwaltskanzleien gern gesehen.

Die Abkürzung LL.M. steht für das lateinische „Legum Magister“. Das doppelte L weist dabei auf den Plural hin, das Wort Legum ist eine Pluralform von lex, ein Rechtsbegriff, der für spezifische Gesetze gebraucht wird. Der deutsche Begriff Jura stammt vom lateinischen Wort juris, dem allgemeinen Konzept des Rechts, ab.

Für wen ist ein LL.M. geeignet?

Der LL.M. ist für jeden ratsam, der in einer internationalen Großkanzlei oder in den Rechtsabteilungen großer, internationaler Unternehmen arbeiten möchte. Aber Achtung: ein LL.M. rettet Sie nicht, wenn Ihr erstes Examen nicht besonders gut ausgefallen ist!

Der persönliche Gewinn bei einem LL.M.-Studium liegt besonders in den internationalen Kenntnissen, die ein solches Studium vermittelt. Aus diesem Grund ist ein LL.M. für diejenigen, die im Staatsdienst oder als selbstständige Rechtsanwälte für den Mittelstand arbeiten möchten, nicht notwendigerweise von Vorteil. Doch auch hier nimmt die Zahl der Absolventen eines solchen Studiums zu, denn die im Studium erworbenen neuen Blickwinkel können die spätere Tätigkeit bereichern.

In den großen Kanzleien dagegen nimmt der LL.M. mittlerweile sogar fast den Status einer Promotion ein. Da das LL.M.-Studium sehr häufig im Ausland oder zumindest in einem sehr internationalen Umfeld erworben wird, zeigt der Abschluss einer internationalen Kanzlei auch, dass sie die Fähigkeiten, über Grenzen, sprachliche und kulturelle Hürden hinweg zu denken, mitbringen. So haben gleich qualifizierte Bewerber mit LL.M. oft bessere Einstellungschancen als solche, die „nur“ ein Staatsexamen haben. Häufig werden Studenten in Master of Laws-Studiengängen sogar schon während des Studiums von großen Kanzleien umworben!

Darüber hinaus erlauben einige LL.M.-Programme auch Studenten anderer Fachrichtungen mit begründetem Interesse die Teilnahme am LL.M.-Studium. So können zum Beispiel Mitarbeiter von international agierenden Non-Profit-Organisationen das für den beruflichen Alltag nötige internationale Rechtswissen erwerben.

Der Master of Laws ist außerdem für alle geeignet, die nach dem Studium im internationalen Bereich arbeiten möchten oder in ein anderes Land ziehen und dort juristisch tätig sein wollen. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass ein LL.M. in vielen Ländern nicht die nötigen Kenntnisse vermittelt, um als Anwalt zu praktizieren oder die entsprechenden Prüfungen, wie das bar exam in den USA, abzulegen.

Wenn Sie nicht juristisch praktizieren möchten, sondern im akademischen Bereich arbeiten wollen, kann der Master of Laws hilfreich bei der Zulassung zur Promotion sein. Während in Deutschland das Staatsexamen als erster akademischer Abschluss dazu qualifiziert, eine Promotion aufzunehmen, ist bei einem Bachelor-Abschluss fast immer ein Masterabschluss zwingend für eine Promotion notwendig. Das gilt gerade auch im Ausland. Der LL.M. kann diese Voraussetzung erfüllen und Sie bereits auf die wissenschaftliche Spezialisierung als akademischer Forscher und Lehrender vorbereiten.

Gerade nach einigen Jahren Berufserfahrung lohnt es sich außerdem, zusätzlich zu den Vollzeitprogrammen auch Teilzeitprogramme für ein Studium des LL.M. in Betracht zu ziehen.

Wann sollte man einen LL.M. machen?

Der richtige Zeitpunkt für einen LL.M. hängt stark von Ihren persönlichen Zielen ab. Es gibt aber mehrere natürlich geeignete Zeitpunkte.

  1. Viele der deutschen Studenten schieben den LL.M. nach dem ersten Staatsexamen oder dem LL.B. ein. Der Wechsel vom Alltag in der Hochschule zum Referendariat wird so noch ein bis zwei Jahre hinausgezögert. Darüber hinaus erwerben Sie gerade beim LL.M.-Studium im Ausland viele neue Kenntnisse und erhalten neue Eindrücke. Nach einem Jahr können Sie dann im Referendariat voll durchstarten.
  2. Ein zweiter möglicher Zeitpunkt ist nach dem zweiten Staatsexamen. Dies bietet sich besonders dann an, wenn Sie eine Karriere als Anwalt in einer großen internationalen Kanzlei anstreben. Sie sollten dann darauf achten, dass Ihr Wunscharbeitgeber an der Law School, an der Sie studieren möchten, auch aktiv rekrutiert.
  3. Auch wenn Sie bereits juristisch tätig sind, können Sie noch einen LL.M. erwerben. Sie können Ihrer Karriere so neuen Schwung verleihen, vielleicht den Sprung in eine große Kanzlei oder ins Ausland vorbereiten. Außerdem können Sie vorher die Kosten für den Master of Laws bereits ansparen.

Wie kann man einen LL.M. finanzieren?

Wenn Sie einen LL.M. in Betracht ziehen, sollten Sie sich möglichst früh über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten erkundigen.

Generell können die Kosten für einen LL.M. stark variieren. Denn allein die Studiengebühren liegen zwischen 5 000 und 50 000 EUR oder sogar noch darüber. Zusätzlich müssen Sie zumindest im Vollzeitstudium Ihre Lebenshaltungskosten einrechnen, welche je nach Studienort deutlich höher liegen können als in deutschen Universitätsstädten. Im Teilzeitstudium müssen Sie unter Umständen Fahrtkosten sowie Übernachtungen für gelegentliche Präsenzphasen einplanen.

Während die Kosten für eine Weiterbildung u.U. steuerlich geltend gemacht werden können, sollten Sie sich außerdem frühzeitig über Stipendien informieren. Oft haben die Hochschulen Informationen zu gängigen Stipendien oder bieten selbst Finanzierungslösungen an. Allerdings müssen Sie hier beachten, dass einige Stipendien nicht an Volljuristen vergeben werden! Beachten Sie dies bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts für Ihr Studienvorhaben.

Welche allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen gibt es?

Die meisten LL.M.-Programme setzen bereits einen ersten juristischen oder zumindest eng verwandten Abschluss voraus. Da die meisten guten Programme sehr viele Bewerbungen erhalten, ist meist ein guter bis sehr guter Abschluss für eine Zulassung notwendig.

Außerdem müssen an Universitäten, die den LL.M. in englischer Sprache unterrichten, gute bis sehr gute Englischkenntnisse nachgewiesen werden. Das erfolgt meist durch den TOEFL-Test oder den IELTS-Test. Wenn Ihr erster Abschluss in einem englischsprachigen Land erworben wurde, können Sie diese Hürde meist umgehen.

Daneben werden Empfehlungsschreiben und ein persönliches Motivationsschreiben verlangt. Teilweise wird auch eine Schriftprobe in Form eines Essays oder einer Studienarbeit angefordert. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Wunschhochschule! In verschiedenen Ländern gelten darüber hinaus andere Anforderungen. Wir haben einige Unterschiede im Bereich „Master of Law“ zusammengestellt.

Bewerbung

Um einen guten Studienplatz für den LL.M. zu erhalten, sollten Sie sich für die Bewerbung Zeit nehmen. Gerade die Auswahl der Referenten, die Ihnen ein Empfehlungsschreiben ausstellen sollen, sowie das Verfassen des persönlichen Motivationsschreibens erfordert Ruhe und Zeit.

Wie lange genau Sie sich für die Bewerbung Zeit nehmen, hängt von den Anforderungen Ihrer Wunschuniversität ab sowie von Ihrer Arbeitsweise. Die Bewerbungsfristen sind auf den Webseiten der Hochschulen gelistet. Diese Deadlines sind normalerweise final und Sie sollten verhindern, die Bewerbung auf den allerletzten Drücker abzuschicken.

Die meisten Deadlines sind zwischen Dezember und März für einen Studienbeginn im darauf folgenden Sommer bzw. Herbst. Einige Programme gestatten aber auch einen Studienbeginn im Januar bzw. im Frühjahr.

Wann genau Sie mit der Vorbereitung der Bewerbung beginnen, hängt natürlich von Ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Sie sollten aber genügend Zeit einplanen, um Ihren Referenten ausreichend Zeit für eine Beurteilung zu lassen und Ihre Unterlagen in Ruhe zusammenzustellen.

Falls Sie an Ihrer früheren Hochschule Transcripts anfordern oder Unterlagen übersetzen lassen müssen, kann auch das Ihre Bewerbung verzögern. Sie sollten außerdem den Aufwand, sich auf den TOEFL-Test oder ähnliche Zulassungstests vorzubereiten, nicht unterschätzen. Auch wenn Ihre Sprachkenntnisse sehr gut sind, sollten Sie sich etwas Zeit für die Vorbereitung einplanen, um mit dem Format des Tests vertraut zu sein und am Testtag keine unerwarteten Überraschungen zu erleben.

Insgesamt empfehlen wir, rund ein Jahr vor Studienantritt mit der Vorbereitung zu beginnen. So haben Sie ausreichend Zeit, sich über verschiedene Hochschulen intensiv zu informieren, die besten Programme für sich zu finden, Ihre Unterlagen in Ruhe und sorgfältig vorzubereiten und die finanzielle Planung Ihres Studienvorhabens gut abzusichern.

LL.M. im deutschsprachigen Raum

Der LL.M. stammt ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum und basiert auf dem System der Bachelor- und Masterabschlüsse. Nach der Bologna-Reform Ende der 1990er in Europa hat sich der Master of Laws aber auch im europäischen, nicht-englischsprachigen Raum immer stärker durchgesetzt. Auch im deutschsprachigen Raum wird er immer populärer.

Deutschland

In Deutschland gilt nach wie vor das Staatsexamen (erste juristische Prüfung) als der üblichste Abschluss eines Jurastudiums. In diesem ersten Studium findet nur eine relativ geringe Spezialisierung statt, doch die Beliebtheit des LL.M. im Anschluss an das erste Staatsexamen wächst. Besonders im Bereich des Wirtschaftsrechts und des Europarechts sowie in Kombinationen aus Jura und BWL bieten Universitäten in den letzten Jahren verstärkt Studiengänge an, die mit dem LL.M. abschließen.

Für diesen Aufschwung der Master-Abschlüsse hat auch der Bologna-Prozess gesorgt, in dessen Folge langfristig die Diplom- und Magisterabschlüsse durch das System von Bachelor und Master ersetzt werden sollen. Zwar ist der Master in der Juristenausbildung nach wie vor umstritten, doch gerade für die Wirtschaft sind die neuen Abschlüsse sehr interessant und Absolventen werden gerne eingestellt.

Österreich und Schweiz

In Österreich wurde traditionell das Jura-Studium, besser bekannt als „Jus“, mit dem Magister abgeschlossen, der nach der Rechtsanwaltsprüfung auch zur Ausübung des Anwaltsberufs zulässt. Ein Staatsexamen wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. In den letzten Jahren wurde in Österreich verstärkt auf das System von Bachelor und Master umgestellt und die Kombination aus LL.B. (Bachelor of Laws) und LL.M. ermöglicht die Zulassung zur Rechtsanwaltsprüfung.

In der Schweiz wird der Master of Law als „MLaw“ abgekürzt. Dieser Grad wird zur Qualifikation als Anwalt und der Vergabe eines Anwaltspatents vorausgesetzt. Um tatsächlich als Anwalt tätig zu werden, muss jedoch eine mindestens einjährige Praxisphase und eine weitere Ausbildung mit Prüfung absolviert werden. Der MLaw qualifiziert dazu, diese Phase aufzunehmen.

Obwohl beide Abschlüsse auf Masterniveau erfolgen, wird zwischen dem MLaw und dem LL.M. unterschieden. Der LL.M. in der Schweiz ist eine Zusatzqualifikation, die eine Spezialisierung und Vertiefung in einem bestimmten Rechtsgebiet ausdrückt. Das führt nicht dazu, dass die Qualifikation als Anwalt aufgenommen werden kann.

Da der MLaw laut dem Bologna-Prozess eigentlich dem LL.M. entsprechen sollte, ist es denkbar, dass die beiden Abschlüsse in Zukunft einander angeglichen werden und gleichberechtigt gelten. Bis dahin kann die Unterscheidung jedoch gerade im internationalen Bereich noch zu Verwirrung führen.

LL.M. im Ausland?

Wenn Sie sich für einen Master of Laws interessieren, sollten Sie über die Grenzen des deutschsprachigen Raums hinausblicken. Der LL.M. wird im englischsprachigen Raum (noch) häufiger angeboten und ist etablierter als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Natürlich kann ein Studium im Ausland auch Schwierigkeiten mitbringen. Nicht jeder kann für ein oder zwei Jahre sein Leben ins Ausland verlagern. Darüber hinaus unterscheiden sich die Rechtssysteme in anderen Ländern teilweise stark vom deutschen Rechtsverständnis.

Der Vorteil an einem Studium im Ausland ist aber, dass Sie zukünftigen Arbeitgebern mit Ihrem Lebenslauf schnell signalisieren können, dass Sie anpassungsfähig sind, Transferdenken beherrschen, selbstständig arbeiten können und ein gewisses Maß an innerer Reife mitbringen. Wenn Sie sich für ein Studium im Ausland interessieren, finden Sie unter „Master of Laws“ mehr!

Erfahrungsberichte

Persönliche Erfahrungsberichte von Absolventen eines LL.M. geben Ihnen einen nicht nur einen umfassenden Überblick zum Studium sondern auch zum Alltag eines LL.M. Studenten.

Fazit

Der LL.M. oder Master in Laws stellt eine Zusatzqualifikation dar und ist besonders geeignet, wenn man international in einer großen Kanzlei tätig sein möchte. Für das Studium bieten sich mehrere Zeitpunkte an und man sollte verschiedene Studienformen in Betracht ziehen. Auch wenn das Studium in Deutschland immer populärer und bekannter wird, sollte man einen Auslandsaufenthalt in Betracht ziehen.

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Master of Laws Ein Master of Laws, abgekürzt LL.M., dauert in der Regel zwei bis vier Semester und kann als Voll- und Teilzeitstudium absolviert werden.
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