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Mittwoch, 27 Dezember, 2017

Wiebke Brose ist neue Sozialrechts-Professorin der Universität Jena. Ihr ist bewusst, dass die Regeln im Sozialrecht so komplex sind, dass viele die Leistungen nicht mehr verstehen.

Neue Professorin

Sozialrecht ist die Leidenschaft von Prof. Dr. Wiebke Brose, der neuen Lehrstuhlinhaberin für Bürgerliches Recht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Doch sie weiß auch: viele Leistungen werden nicht in Anspruch genommen, weil die Menschen die Gesetze und Regeln kaum noch verstehen.

Sozialrecht mit Bewegung

„Es ist viel Bewegung im Sozialrecht und es hat große Bedeutung für unsere Gesellschaft“, nennt Prof. Dr. Wiebke Brose, LL.M. von der Friedrich-Schiller-Universität Jena zwei Gründe, warum sie dieses Rechtsgebiet so begeistert. Doch sie ist sich bewusst, dass die Komplexität und die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, auch viel Unzufriedenheit schürt.

Gesetze übersetzen

So hat sich die Professorin zum Ziel gesetzt, die Gesetze zu „übersetzen“ und damit ein besseres Verständnis zu erreichen. Das ist nicht einfach, denn der Gesetzgeber nimmt relativ häufig Änderungen in diesem Bereich vor.

Beispiel Elterngeld

Als Beispiel nennt sie das Elterngelt, das oft der jeweiligen Familienpolitik angepasst wird. So versucht die Politik, in den Gesetzen ihr jeweiliges Familienbild auszudrücken und es durch die Vorgaben in der Gesellschaft zu steuern. Ihre Aufgabe als Rechtswissenschaftlerin sieht die Neu-Jenaerin darin, „diese rechtlichen Veränderungen kritisch-objektiv zu betrachten“.

Dialogorientierte und praxisnahe Lehre

Um diesen Zielen gerecht zu werden, ist sie an die Friedrich-Schiller-Universität gewecheselt, denn hier ist Sozialrecht noch ein eigenständiges Fachgebiet. Zuvor war sie an der Universität Duisburg-Essen, wo sie Sozialrecht für Pädagogen und Erziehungswissenschaftler unterrichtet hat, was dazu führte, dass besonders ihr Ansatz zur Lehre noch praxisnäher und dialogorientierter wurde.

Köln und Sorbonne

Wiebke Brose hat Rechtswissenschaft in Köln und an der Sorbonne in Paris studiert und mit der Maitrise en droit/LL.M. abgeschlossen. Diesen grenzüberschreitenden Aspekt hat sie auch in ihrer Dissertation „Der präventive Kündigungsschutz bei betriebsbedingten Kündigungen – Vergleich von Entwicklung und Stellenwert im deutschen und französischen Kündigungsrecht“ verfolgt. Dabei wurde ihr u. a. sehr deutlich, dass für Arbeitgeber in Frankreich Kündigungen noch teurer sind als in Deutschland. Die 2014 in Köln fertiggestellte Habilitation untersucht „Die Haftung für Verkehrspflichtverletzungen und unternehmerische Tätigkeit – die Auswirkung von Pflichtdelegationen im Unternehmen“.

Forschung an Sozialrecht

In Jena will Prof. Brose v. a. im Sozialrecht weiter forschen. Dabei gehören Suchterkrankungen ebenso zu ihren Spezialthemen wie das Recht behinderter Menschen auf Arbeit, Elterngeld, Sozialversicherungsrecht und die Frage des Anpassungsbedarfs der Sozialversicherung an die veränderte Arbeitswelt. Auch das jüngst reformierte Mutterschutzgesetz, das nun ebenfalls auf Studentinnen Anwendung findet, gehört zu ihren Schwerpunkten.