LLM auch ohne Jura

Dass Juristen nicht als Richter oder Rechtsanwälte arbeiten, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Doch dass Absolventen aus Studiengängen einen Master in Law (LLM) erwerben möchten, ist noch neu.

Montag, 29 Februar, 2016

Dass Juristen nicht als Richter oder Rechtsanwälte arbeiten, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Doch dass Absolventen aus Studiengängen wie den Geisteswissenschaften, Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaft einen Master in Law (LLM) erwerben möchten, ist noch neu.

Einige Universitäten erlauben Studenten ohne juristische Vorkenntnisse, unter bestimmten Umständen ein Studium des LLM aufzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel die Bucerius Law School in Hamburg, die Universität Nottingham, die Universität Edinburgh oder die London School of Economics. Auch außerhalb von Europa bestehen einige ähnliche Programme.

Gründe für einen LLM ohne Jura

Die Gründe, warum fachfremde Studenten Kenntnisse in Rechtswissenschaften erlangen möchten, sind vielfältig. Zum Einen wird es immer wichtiger, sich in bestimmten Tätigkeiten auch mit der rechtlichen Situation auszukennen. So haben die meisten, die im Bereich International Relations arbeiten, auch mit länderübergreifenden Gesetzen oder der Beweisführung in bestimmten Fällen zu tun.

Auch im Wirtschaftsbereich sichern sich Unternehmen immer stärker auch juristisch ab. Wenn Manager dann bereits juristische Kenntnisse mitbringen, fällt es ihnen leichter, sich im Rechtsdschungel zurecht zu finden. Denn Konflikte gibt es ständig und überall und Recht und Gesetz betrifft uns im Alltag fast ständig.

Bedingungen

Trotzdem ist es für Studenten, die ohne juristische Kenntnisse einen LLM aufnehmen möchten, nicht einfach. Viele Universitäten verbinden die Aufnahme in ihre Programme immer stärker mit bestimmten Voraussetzungen oder Vorkursen. Darüber hinaus schließen manche Universitäten Absolventen aus technischen Studiengängen aus, da Jura stark auf Argumentation und sehr guten Sprach- bzw. schriftlichen Fähigkeiten beruht.

Alle profitieren

Doch auch, wenn die Qualität der Bewerber ständig steigt und es immer schwieriger wird, für Nicht-Juristen einen Platz in einem LLM-Programm zu erhalten, lohnt es sich für Hochschulen und Mitstudenten. Denn im Berufsalltag geht es anschließend nur sehr selten ausschließlich um juristische Fragestellungen. Die gesetzliche Lage muss dann mit Problemlösungen und praktischen Ansätzen in Einklang gebracht werden. Absolventen aus anderen Fachrichtungen bringen hier oft ganz neue Ansätze in die Klassenzimmer ein, von denen alle Studenten profitieren können.